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Synthese

 

Synthese

von Dr.Christoph Schubert - Weller

Westerbachstr. 98, 73230 Kirchheim / Teck

Tel. 07021 / 734068

eMail: schubertweller@gmx.de

Synthese in der Horoskopdeutung heißt, bei jeder Einzeldeutung das Horoskop und dessen Anlagen insgesamt im Blick zu haben und bei der Detaildeutung angemessen zu berücksichtigen. Synthese heißt weiterhin, verschiedene Konstellationen im Blick auf bestimmte Lebensthemen, Erfahrungsfelder zusammen zu fassen und gemeinsam zu deuten, auch solche Konstellationen, die astrologisch-technisch in keinem unmittelbaren Zusammenhang stehen.

 

Das astrologische Deuten geschieht zunächst in Bausteinen von der Form etwa "Sonne in Stier", Mond im 12. Haus", "Venus Quadrat Uranus". Dies entspricht einem analytischen Vorgehen: Das Horoskop wird in seine Einzelkombinationen aufgegliedert. Dann freilich gilt es, diese Einzelkombinationen thematisch zu gruppieren und unter bestimmten (Gesamt-)Perspektiven neu zusammen zu fassen. Dies geschieht in der Astrologie nach Regeln und Erfahrungen, die verhältnismäßig eindeutig sind. Für berufliche Belange betrachtet man zum Beispiel das MC, sowie die Häuser 2, 6 und 10. Dies führt bereits - neben dem Ansinnen komplexen Kombinierens - auf synthetische Deutungsaussagen. Deutung als "Synthese" geschieht auch, wenn für die verschiedenen Lebensfelder und Themen das jeweils Individualtypische mit bedacht wird. Um ein Beispiel zu geben: Eine Venus-Uranus-Verbindung kann auf wechselnde, auf überraschende, auf flüchtige, auf romantische Partnerbezie-hungen schließen lassen, auf große Freiheitsliebe in Partnerbeziehungen. Ist der Horoskopeigner mit einer solchen Kombination im übrigen deutlich zwillingsbetont, so ist von vornherein viel eher erwartbar, daß es zu flüchtigen Partnerbeziehungen kommt, zu Partnerbeziehungen, in denen das Thema der Freiheit vor möglichen Bindungswünschen rangiert, als wenn der Horoskopeigner z.B. erdbetont ist.

 

Ein Horoskop mit dem Dominantenpaar Mond und Neptun darf grundsätzlich auf großes Einfühlungsvermögen schließen lassen. Wo der Horoskopeigner jedoch dieses sein Einfühlungsvermögen einsetzt, mag sich aus ganz anderen Schwerpunkten ergeben. Ist das Horoskop wässrig betont, z.B. noch mit Mond selbst in Fische oder Krebs, sind musische oder beratungsorientierte, therapeutische Verwirklichungen dieses Einfühlungsvermögens denkbar. Ist das Horoskop erdig oder luftig geprägt, stehen wahrscheinlich andere Verwirklichungsebenen für diese Ko-Dominanz von Mond und Neptun im Vordergrund, etwa ökonomische, technische, sachbezogene, kaufmännische usw. - Freilich gilt es auch bei diesen individualtypischen Gewichtungen immer, die Wahlmöglichkeiten und die grundsätzliche Wahlfreiheit des Horoskopeigners in Rechnung zu stellen und gegebenenfalls deutlich zu betonen. Eine synthetische Deutung im vorher beschriebenen Sinn, die das Individualtypische eines Horoskops gerade auch bei der Einzelkombination, bei einem Dominantenpaar usw. mit einbezieht, verbleibt im Tonfall der (begründeten) Vermutung, stellt mehrere mög-liche Entwicklungsrichtungen, Verwirklichungsweisen vor Augen.

 

Ein durchschnittliches Horoskop hat in der Regel mehrere individualtypische Schwerpunkte, die perspektivisch auf viele oder alle Lebensfelder ausstrahlen und die in der Deutung entsprechend berücksichtigt sein sollten. Im einzelnen sollte geachtet werden auf:

 

Elementenverteilung

Die Elementenverteikung wird nach Zeichen und nach Häusern (2. Haus entspricht dem 2. Zeichen Stier und gilt dementsprechend als erdbetont usw.) vorgenommen. Die Elementenverteilung nach Zeichen gilt als Anlage, die nach Häusern als Verwirklichung, doch sind die Grenzen hier fließend. Das oder die betonten Elemente prägen den Horoskopeigner und spiegeln in der Regel seine grundsätzliche Art zu erfahren, zu erleben, zu agieren wider. Das am wenigsten oder gar nicht betonte Element jedoch kann als Lernaufgabe, als Sehnsucht ebenfalls eine prägende Rolle spielen.

 

Verteilung der Dynamik

Die Dynamik des Horoskopeigners wird ebenfalls nach Zeichen und Häusern vorgenommen (1. Haus entspricht dem 1. Zeichen Widder und gilt als "kardinal", 5. Haus entspricht dem 5. Zeichen Löwe und gilt als fix usw.). Die Verteilung der Dynamik nach Zeichen gilt wiederum als Anlage, die nach Häusern als Verwirklichung; auch hier sind die Grenzen fließend. Die jeweils betonte Dynamik spiegelt das hauptsächliche Verhältnis des Horoskopeigners zu seinem Umfeld, zu seiner "Welt": bei kardinaler Betonung deutlich Einfluß nehmend, bei fixer Betonung eher beharrend, Ausgleich bzw. Stabilität schaffend, bei veränderlicher Betonung Außeneinflüsse aufnehmend und ver-arbeitend.

 

Persönliche Punkte

AC im Zeichen: Weise, in der der Horoskopeigner sich in die Welt hineingibt bzw. sich die umgebende Welt "zurechtlegt";

MC im Zeichen: Weise, in der der Horoskopeigner seine (Lebens-)Ziele und (Lebens-)Entwürfe, seine berufliche Perspektiven ergreift und formuliert;

Sonne im Zeichen: Mentalität, bewußte innere Haltung;

Sonne im Haus: Betontes Interesse bzw. betonter Erlebenshintergrund, sowie ebenfalls Teil der bewußten inneren Haltung;

Mond im Zeichen: "Herzensmentalität", unbewußt-selbstverständliche Haltung;

Mond im Haus: Das unmittelbare, emotional grundgelegte Interesse, die selbst-verständliche Weise, sich vom Herzen her einzubringen (und insofern auch Teil der unbewußt-selbstverständlichen Haltung).

 

 

Dominanzen, Dominantenpaare, elevierter Planet, Geburtsherrscher, Stellien nach Zeichen und Häusern

Als "dominant" gelten Planeten, die Aspekte zu einer oder zu beiden Horoskopachsen bilden, weiterhin solche, die in der ersten Hälfte eines Eckhauses (1, 4, 7, 10) stehen. Ähnlich herausgehoben ist der elevierte Planet Dieser steht zunächst dem Zenit. Der Zenit entspricht dem oberen Quadratpunkt zum Aszendenten. Ebenso darf der Geburtsherrscher - Herr des ersten Hauses - als hervorgehoben gelten. Diese herausgehobenen Faktoren deuten in der Regel spezielle Begabungen des Horoskopeigners an. Eine paarweise Zusammenfassung von dominanten Planeten (unter Einbezug des elevierten Planeten und des Geburtsherrschers) macht verschiedene Begabungsrichtungen des Horoskopeigners sichtbar. Auch ein Stellium - drei oder mehr Planeten in einem Zeichen - ist in der Regel ein Hinweis auf eine besondere Begabung. Der Begriff des Stelliums darf auch auf der ebene der Häuser gelten: drei oder mehr Faktoren in einem Horoskophaus.

Diese Begabungen gelten natürlich nicht schon im Sinn einer konkreten Fertigkeit, sondern zunächst im Sinn einer grundsätzlichen Anlage bzw. eines grundsätzlichen Herausgefordertseins auf allen Lebensgebieten. "So antworte ich qualifiziert auf die Fragen und Herausforderungen der Welt, in die ich gestellt bin", etwa so lässt sich der jeweilige Rahmen einer Planetendominanz bzw. eines Dominantenpaares angeben. Insofern enthalten dominante Planeten stets auch den Hinweis auf schöpferische Potentiale. Die Umsetzung dieser grundlegenden Begabungen in konkrete Fähigkeiten und Fertigkeiten ergibt sich wiederum aus dem Gesamthoroskop ("Synthese"...), wobei auch hier, das kann nicht oft genug betont werden, Wahlmöglichkeiten und Wahlfreiheiten eine Hauptrolle spielen.

 

Die einzelnen Planeten

Merkur: das rationale, planende, kalkuliert vorgehende, voraus- bzw. um die Ecke denkende Element in meinen Lebensäußerungen und Erfahrungen;

Venus: das empfindende, wahrnehmende, hinspürende Element;

Mars: das aktive, vorpreschende, risikobereite, antreibende Element;

Jupiter: das ausdehnende, erfüllende, bereichernde, sinngebende, zum Wachsen auffordernde Element;

Saturn: das grenzziehende, erziehende, zum Reifen auffordernde Element;

Uranus: das perspektiven- und standpunktwechselnde Element;

Neptun: das entgrenzende, bewußtseinswandelnde Element, meine Sehnsucht;

Pluto: das gestalt- und persönlichkeitswandelnde Element: auch "mein" ICH hat nicht wirklich Bestand - Ausgeliefertsein, Macht- und Ohnmachterfahrungen;

Mondknoten: das verkettende Element (genetisch, wahlverwandtschaftlich, kar-misch)

 

Spielerische Synthese zum Einstieg: Freie Kombination der Faktoren

Es empfiehlt sich, das synthetische Deuten spielerisch einzuüben, indem man zwei beliebige Faktoren des Horoskops in einer Konjunktionalsatz-Konstruktion miteinander verknüpft. Es sei ein Horoskop mit Mond im Krebs und Venus im Widder gegeben. Die beiden Faktoren stehen nicht in einer Aspektverbindung zueinander. Es lässt sich nun spielerisch folgendermaßen deuten:

"Ich verliebe mich unmittelbar (Venus im Widder), weil ich ein Bedürfnis (Mond) nach Geborgenheit (Krebs) habe." - Indem ich rasch auf Sinnesreize anspringe (Venus im Widder), erlebe ich tiefe Herzensromantik (Mond im Krebs)." - "Obwohl mich das Bedürfnis nach Innerlichkeit umtreibt (Mond im Krebs), erliege ich immer wieder äußeren, schnellen Sinnesreizen (Venus im Widder)." - Ich tauche intensiv in meine Gefühlswelt ein (Mond im Krebs), damit ich mich künstlerisch (Venus) direkt und nachhaltig zum Ausdruck (Widder) bringen kann."

Eine solche Übung kann jenseits der - durchaus wertvollen - Einzelbausteine aus einem Deutungsbuch den Sinn für Zusammenhänge und damit für das syntheseorientierte Deuten schärfen.

 

Dr. Christoph Schubert-Weller

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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